Auszug aus
Exter und seine Umgebung
beschrieben 1854 im Mai
Der Pastor Lohmeyer
1997 herausgegeben und kommentiert von der Geschichtswerkstatt Exter e.V., Pivitstraße 25, 32602 Vlotho-Exter
a) Seligenwörden b) Loose c) Stürten d) Auf dem Keller.
a)
Seligenwörden. Die Gegend, wo dies Gut gestanden hat, hat immer
noch den Namen. Die oben erwähnte Quelle "Hilge Geist", worüber
in alten Zeiten eine Kapelle stand, ist vielleicht in der Nähe dieses
Guts gewesen.
Auf dem Hollenhagen befindet sich ein
Ort, der den Namen Brands Höfe führt. Nach der Sage hat hier am
selben Orte ein Gut gestanden, welches mit einem tiefen Brunnen versehen war.
Von diesem Gute sollen sich noch die Grundmauern in der Erde befinden. Möglicherweise
sind hier die ursprünglichen Schlösser des alten Seligenwörden
gewesenI. (GW Exter: diese kursive Passage
ist eine Anmerkung in seiner bis dato nur handgeschrieben vorliegenden Chronik)
b)
Loose. Auf diesem Gute war in alten Zeiten eine Saline. Sie ist eingegangen
nach Entdeckung der Salzquellen in Uflen, denn, da diese mehr Salz lieferten
und reichlicher sind, so ließen die Fürsten von Lippe jene später
eingehenII. Salzquellen sind aber auf dem Grunde
des Gutes Loose noch vorhanden. In der Erde neben dieser Quelle sind noch
die Gemäuer dieses Gutes. Von Zeit zu Zeit fand auch ein in jener Gegend
wohnender Holzwärter Werkzeuge, welche beim Gradieren des Salzes gebraucht
werden, in der Erde.
c)
Stürten. Dies Gut lag in einer Vertiefung beim Ufler Holze auf
einer Stelle, wo die Salze nahe vorbei fließtIII.
In alten Zeiten war es vielleicht sehr befestigt und wegen der Moräste,
die sie umgaben, schwer zu bezwingen. Noch im Jahre 1830 sind die Wälle
dieses Gutes vorhanden gewesen. Der jetzige Grundbesitzer aber hat sie ebnen
lassen und daraus eine Wiese gemacht. Ebenfalls lag nicht weit von Stürten
auf dem Vierenberge eine andere Burg, die wahrscheinlich der Herr von der
Stürten hat bauen lassen. Von diesen Burgen ist keine Spur mehr vorhandenIV.
Es möchte denn sein, der kleine so genannte "Stumpfe Turm"
bei Uflen, der Wartturm war für jene BurgenV.
Hier kann man auch sagen: "Das Alte fällt, es ändern sich die
Zeiten und neues Leben blüht aus den Ruinen."
d)
Auf dem Keller. In der Nähe des Meier von Schwabedissen, welcher
Hof eine Abscheidung des Gutes Seligenwörden bildete. Es lag da, wo jetzt
das Ufler Holz ist. Innerhalb desselben sind zwei kleine mit Gras bewachsene
Vertiefungen. Da waren große mit Quadersteinen ausgemauerte Keller,
darüber prächtige Gebäude, nicht weit davon die Pferdeställe
und Düngergruben. Ja, sogar ein gepflasterter Weg soll noch vorhanden
sein. Von all diesen Herrlichkeiten ist nichts mehr. "Oh, der Wandlung
Graun und Macht umdüstern nun den Schauplatz jener Herrlichkeit. Schwermutsvolle
Abendwinde flüstern, wo die Großen sich des Nachts gefreut."VI
I "Auf dem Brande" ist als Flurbezeichnung am Hollenhagen überliefert und deutet auf eine aufgegebene Köhlerstelle hin.
II Zuerst wurden die Salzquellen zu "Uflon" (Bad Salzuflen) genutzt. Erst 1601 ließ Graf Simons VI die letztlich doch nicht sehr ergiebige Loose-Quelle erbohren.
III In der Nähe der Loose.
IV [Anmerkung des Abschreibers: leicht erklärlich, da sie nie vorhanden waren]
V [Anmerkung des Abschreibers: Warttum der Stadt Uflen]
VI Hier handelt es sich um die aufgegebene Hofstelle des Meierhofes Seligenwörden. An den Standort erinnern noch die heutigen Kellerteiche.